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Allerheiligen, Allerseelen

Mit Allerheiligen und Allerseelen beginnt das Winterhalbjahr.

Allerheiligen: Gedenkfest aller im christlichen Glauben gestorbenen Märtyrer.

Allerseelen: Gedenkfest aller Toten.

Schon im 9. Jahrhundert wurde das Fest an Anfang November gelegt. Vorher war dieses Gedenkfest an die Toten im Osterfestkreis angesiedelt.

Am Mittag des Allerheiligentages begann man in Tirol „Allerseelenausläuten“. Die im Fegefeuer büßenden Seelen durften bis zum Gottesdienst des nächsten Tages die Stätte ihrer Strafe verlassen und auf die Erde zurückkehren. Durch dieses unheimliche Besuchsrecht der Toten entstanden einige eigenartige Bräuche. So war es lange üblich, dass man den Toten in der Nacht auf Allerseelen Essen auf den Stubentisch stellte. Gerne ließ man auch ein „Arme-Seelen-Licht“ brennen und betete Rosenkränze. Die Armen Seelen stellte man sich körperlich vor. Zahllose Sagen berichten, dass in dieser Nacht die Gräber offen stehen und die Toten umgehen.

Um diesen Glauben der Wiederkehr der Toten geht es auch bei Halloween. Halloween stammt eigentlich aus Europa. Auch bei uns sind noch Reste davon zu finden, so etwa im so genannten „Krapfenschnappern oder -bettlern“ in Ost- und Südtirol. In der Nähe von Lienz etwa versammelt sich die Jugend nach dem Gräberbesuch an Allerheiligen. Jeder hat eine „Krapfenschnappe“, das ist eine Tiermaske, die auf einer Stange befestigt ist. Der Kinnladen dieser Maske kann durch eine Schnur auf- und zugeklappt werden. Damit schnappt man nach den Krapfen, die bei den Hausbesuchen angeboten werden. In Pfunders in Südtirol verkleiden sich die Erwachsenen. Auffallend ist dabei eine weiße Stofflarve, die ihnen wirklich das Ausssehen wandelnder Toter gibt – deutlich ist hier der Bezug zu den Armen Seelen.

Durch dieses Verkleiden, wie es ja aus Amerika bestens bekannt ist, will man die Armen Seelen nachahmen. Die verkleideten Kinder verlangen nach Äpfeln, Nüssen und Schleckereien.


Von Mag. Anton Prock

www.tibs.at/weihnachten