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Die 12 Raunächte

Bei den 12 Raunächten handelt es sich um die Zeit zwischen dem 24. Dezember (ursprünglich 21. Dezember: Thomastag) und dem 6. Jänner. Die Zeit galt als besonders heilig. Man glaubte, dass in den Raunächten die Percht, eine Sagengestalt, durch die Gegend schleicht. Deshalb stellte man für sie Milch und Brot vor die Tür. Im Tiroler Unterland glaubte man, dass man in den 12 Raunächten etwas über die Zukunft erfahren könne. Durch „Leaslen“ (Losen; vermutlich ab dem 19. Jahrhundert) erfuhr man etwa, ob man bald heiraten oder zu Reichtum gelangen werde. In Südtirol sagte man aus der Fallrichtung eines geworfenen Schuhs die Zukunft voraus. Am Vorabend des 6. Jänner (Dreikönig, Epiphanie) bildeten die Perchtenumzüge eine Besonderheit.

Der Begriff „Raunacht“ leitet sich vom „Ausräuchern des Hauses“ ursprünglich wahrscheinlich durch einen Priester ab. Durch diese Segnung glaubte man im Spätmittelalter, Geister und Dämonen abzuwehren. In eine Pfanne oder einem anderen Behälter wird Glut aus dem Herd gegeben. Auf die Glut legt man Weihrauch, Teile des am Palmsonntag geweihten Palmbesens oder andere geweihte Kräuter. Unter Gebet zieht man mit der Pfanne durch das Haus. Hinter dem Vorbeter mit der Rauchpfanne segnet eine zweite Person mit Weihwasser jedes Zimmer.

Von Mag. Anton Prock
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