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Geschichte des Weihnachtsfestes

Im Zentrum von Weihnachten stehen heute Christmette, Christbaum und Bescherung.

Etwa bis ins 4. Jahrhundert lässt sich der 25. Dezember als feierlich begangene Geburt Christi nachweisen. Eingeleitet wurde das Fest durch Fasten, Andachten und Gebete, wobei die Christmette um Mitternacht (24./25. Dezember) als eigentlicher Beginn des Festes zu sehen ist. Nach der Mette kehrte man nach Hause zurück, wo es ein üppiges Essen und die Bescherung gab. In Tirol gehörten zu diesem Essen etwa warme Fleischsuppe, Würsteln, Knödel, Schweinsbraten mit Kraut und Wein. Nicht selten dauerte dieses gemütliche Beisammensein bis gegen fünf Uhr früh.

Die Bescherung, die heute eigentlich den Mittelpunkt des Weihnachtsfestes für viele bedeutet, hat sich aus den Geschenken entwickelt, welche man den Bedürftigen am Weihnachtstag vor die Krippe in der Kirche gelegt hat. Etwa ab dem 18. Jahrhundert hat sich die Bescherung mit der Feier langsam auf den Weihnachtsvorabend verschoben.

Der Christbaum gehörte ursprünglich nicht zum Christfest am 25. Dezember, sondern zur Feier von Adam und Eva am 24. Dezember. An diesem Tag wurde an manchen Orten ein mit Äpfeln geschmückter „Paradeisbaum“ aufgestellt, der den Sündenfall anschaulich machen sollte. Durch die Vorverlegung der Bescherung auf den Abend des 24. Dezember geriet dieser Baum in den Einfluss des Christfestes. Kerzen wurden aufgesteckt, was ursprünglich nicht üblich war. Der Weihnachtsbaum gelangte erst im Laufe des 20. Jahrhunderts nach Tirol und machte sich zuerst in den Städten heimisch.

Quellen aus dem Mittelalter berichten zwar noch nichts von Nadelbäumen, weisen aber auf die Verwendung von Tannengrün hin, das über der Haustür befestigt oder auch in den Wohnräumen hängend angebracht. Die grünen Zweige sollten Schutz und Glück bringen.

Die ersten Berichte über einen geschmückten Nadelbaum als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes stammen aus dem 16. Jh. im Elsaß vorreformatorischer Zeit. Herrschergesellschaften, Vereine und Zünfte schmückten ihren Baum, bei Umzügen wurde er vorangetragen, um ihn herum wurde getanzt und dabei wurde auch ausgiebig getrunken und gegessen. Im 17. Jahrhundert gelangte der Christbaum in die Häuser des städtischen Bürgertums im protestantischen Deutschland und an den Fürstenhöfen Europas und findet im 18. Jahrhundert immer mehr Verbreitung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hält er auch Einzug in die katholischen Gebiete und damit auch in Österreich. Zunächst vor allem in der bürgerlichen Bevölkerung als weihnachtliches Symbol fungierend, verbreitet er sich mit Beginn des 20. Jahrhunderts auch allmählich bei den Arbeitern und in der bäuerlichen Bevölkerung. An Stelle des Christbaums kannte man früher nur die Krippe, in welcher die von der Bibel vorgegebenen Ereignisse anschaulich nachgestellt werden. Geschickte Leute aus dem Bauernstand stellten in langwieriger und mühevoller Arbeit solche Krippen samt den Figuren her. Neben den Krippen war in Tirol auch das Aufstellen von so genannten „Fatschenkindl“ (mit kostbaren Stoffen bekleidete Wachspuppen) üblich, die das gewickelte Christuskind darstellen sollten. Leider ist dieser Brauch fast ausgestorben.

Noch üblich ist das Räuchern. Der Begriff „Rauhnacht“ leitet sich vom „Ausräuchern des Hauses“ ursprünglich wahrscheinlich durch einen Priester ab. Durch diese Segnung glaubte man im Spätmittelalter, Geister und Dämonen abzuwehren. In eine Pfanne oder einem anderen Behälter wird Glut aus dem Herd gegeben. Auf die Glut legt man Weihrauch, Teile des am Palmsonntag geweihten Palmbesens oder andere geweihte Kräuter. Unter Gebet zieht man mit der Pfanne durch das Haus. Hinter dem Vorbeter mit der Rauchpfanne segnet eine zweite Person mit Weihwasser jedes Zimmer.

Von Mag. Anton Prock

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