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Österreicher übernehmen Weihnachtstraditionen

Österreicher übernehmen Weihnachtstraditionen

Dieses traditionelle, jährlich wiederkehrende Fest hat international viele Namen: Weihnachten, Christmas, Noël, Navidad, Natale oder Jul sind nur einige davon. Genauso facettenreich wie sein Name sind auch die weltweiten Traditionen, die zum besinnlichen Fest der Liebe in den verschiedenen Ländern jedes Jahr zelebriert werden. Im Laufe der Zeit haben sich die Brauchtümer über die Landesgrenzen hinaus verbreitet, sodass die Traditionen nicht nur in ihrem ursprünglichen Heimatland auf der weihnachtlichen To-do-Liste stehen.

Die Weihnachtslotterie: Ein Glücks-Los zum Fest der Liebe

Eine Tradition, die auch in Österreich immer beliebter wird, ist die Teilnahme an der Weihnachtslotterie mit einem EL GORDO Lotterieschein.

Traditionen geben einem Fest wie Weihnachten nicht nur Festlichkeit und sorgen in jedem Jahr für Vorfreude. In vielen Ländern zeigen die Weihnachtstraditionen auch, wie Weihnachten früher einmal gefeiert wurde. Kein Wunder, dass da die eine oder andere Tradition in ein anderes Land überschwappt. Denn, was in Spanien gut funktioniert, kann auch in Österreich zum Weihnachtsklassiker avancieren, wie beispielswiese die spanische Weihnachtslotterie beweist. Nicht nur die Spanier kaufen sich zur besinnlichen Jahreszeit ein Glücks-Los, auch für die Österreicher ist es schon normal geworden, einen EL GORDO Lotterieschein zu kaufen. Diese Weihnachtstradition besteht bereits seit dem späten 19. Jahrhundert und spendiert die größte jährliche Geldsumme. Mittlerweile ist die Tradition zu einem wiederkehrenden und vor allem riesigen Event avanciert, das immer am 22. Dezember stattfindet. Das Schöne an dieser Weihnachtslotterie ist, dass die Zahlen von 22 schulpflichtigen Kindern gesungen vorgetragen werden. Die Lotterielos-Inhaber finden sich in ihren Häusern zusammen, lauschen andächtig den Stimmen der Kinder und hoffen auf das große Glück. Kein Wunder, dass diese Tradition ihren Weg in das österreichische Weihnachtsbrauchtum gefunden hat.

Das Lebkuchenhaus: Ein köstliches Schmankerl zur Weihnachtszeit

Ursprünglich kommt die Lebkuchen-Tradition aus Ulm, wo 1296 zum ersten Mal in der Geschichte von einer Lebkuchenbäckerei geschrieben wurde.

Das Lebkuchenhaus gehört bei vielen Weihnachtsfans in der Vorweihnachtszeit auf jeden Fall zu den liebsten Backkreationen. Es handelt sich dabei um eine ganz spezielle Tradition, die historisch erstmals 1296 namentlich in der Stadt Ulm erwähnt wurde. Damals diente das heute traditionelle Weihnachtsgebäck nicht nur zum genussvollen Verzehr, sondern auch als Heilmittel bei Erkrankungen. Auch wenn der Lebkuchen im deutschen Ulm seinen geschichtlichen Ursprung hat, wurde das Weihnachtsgebäck erst durch den „Nürnberger Lebkuchen“ richtig berühmt. Inzwischen zählt das Lebkuchenhaus weltweit zu den beliebten Weihnachtstraditionen, weshalb sich auch die Österreicher mit diesem Brauchtum durch die Vorweihnachtszeit naschen.

Der Christbaum: Ein Brauchtum mit heidnischem Ursprung

Er gehört zum Weihnachtsfest wie kaum ein anderes Symbol: Der geschmückte Tannenbaum ist in vielen Ländern ein optisches Sinnbild für Festlichkeit.

Heutzutage ist ein Weihnachtsfest ohne den festlich geschmückten Tannenbaum kaum als „richtiges“ Weihnachtsfest zu bezeichnen. Der Weihnachtsbaum hat seinen Ursprung in heidnischen Traditionen. Zur Wintersonnenwende holten die Menschen grüne Zweige ins Haus, die als Symbol des Lebens für Schutz und Fruchtbarkeit standen. Im Mittelalter vermischte sich dieser heidnische Brauch mit christlichen Traditionen und so fand der erste Tannenbaum mit der Bäckerzukunft Freiburgs 1419 die erste historische Erwähnung. Dabei ist zu betonen, dass die ersten geschmückten Bäume, die den heutigen Exemplaren am nächsten kommen, etwas später in der Geschichtsschreibung auftauchten. Interessant ist, dass der erste Baumschmuck aus Lebensmitteln wie Äpfeln, Nüssen und Datteln bestand, sodass die Kinder diesen abnehmen und verspeisen durften. Heute gibt es in fast jedem Haushalt einen stattlichen Baum mit individuellem Schmuck, der zur Weihnachtszeit mit kleinen Lichterketten erstrahlt.

Der Mistelzweig: Amerikanische Traditionen führen Liebende zusammen

Wer in Österreich zur Weihnachtszeit als Single unterwegs ist, dem seien die amerikanischen Weihnachtstraditionen ans Herz gelegt. Immer häufiger finden sich auch in Österreich die beliebten Mistelzweige über Türrahmen, in Fluren oder Einkaufszentren. In zahlreichen amerikanischen Filmen dient der Mistelzweig als pflanzlicher Amor, denn es ist eine Tradition, dass sich zwei Menschen, die sich unter dem Mistelzweig treffen, küssen. Der Legende nach bleiben diese zwei Liebenden auf ewig zusammen. Ob das zutrifft, bleibt erst einmal offen, aber für alle Singles und Paare ist es an Weihnachten auf jeden Fall eine romantische Idee, dem Schwarm oder dem Partner besonders charmant seine Liebe mit einem weihnachtlichen Kuss zu gestehen.

Unterschiede im Brauchtum: Die Komplizen von Nikolaus, Weihnachtsmann & Co.

In Österreich ist es beispielsweise ein Brauch, eine tierartige Kreatur namens Krampus durch die Stadt ziehen zu lassen, um unartige Kinder zu bestrafen. Der Krampus gilt als böser Komplize des Nikolaus. Junge Männer verkleiden sich in der ersten Woche des Dezembers als Krampus und erschrecken die Kids mit Ketten und Glocken. In Island übernehmen die sogenannten Jólasveinar (trollartige Figuren) diese Aufgabe und bringen den artigen Kindern in den 13 Tagen vor Weihnachten schöne Geschenke, während der unartige Nachwuchs faulende Kartoffeln bekommt. Wenn sich deutsche Kinder als nicht artig erweisen, bekommen sie Besuch von Knecht Ruprecht, der nicht nur furchteinflößend aussieht, sondern auch mit einer Rute zur Bestrafung unartiger Kids ausgesandt wird.

Im Grunde genommen ähneln die deutschen Weihnachtsfeierlichkeiten den Traditionen in Österreich. Allerdings gibt es auch den einen oder anderen Unterschied, wie Krampus und Knecht Ruprecht schon zeigen. Darüber hinaus sind die Länder allerdings auch kulinarisch zuweilen unterschiedlicher Auffassung in puncto Festtagsessen. So kommen in Österreich beispielsweise gern die schokoladige Sachertorte als süßes Dessert oder frittierte Karpfen als köstlicher Schmaus an Heiligabend auf den Tisch.

Modernes Einkaufsverhalten, aber eins bleibt weltweit gleich: Die Freude am Schenken

Trotz der vielen Unterschiede und Übernahmen von Weihnachtstraditionen gibt es etwas, das in jedem Jahr weltweit gleichbleiben wird und zwar die Freude am Schenken. Ein Grund dafür ist natürlich die Ausschüttung von Glücksgefühlen, wenn sich der Beschenkte am Weihnachtstag freut. Laut einer Studie möchte jeder dritte Österreicher daher auch bis zu sechs liebe Menschen beschenken. Im letzten Jahr entschieden sich rund 80 Prozent der Österreicher für einen Online-Shopping-Bummel.

Damit ist Österreich aber nicht allein, denn weltweit nimmt die Lust am Internet-Einkauf zu. Dadurch ersparen sich viele den Weihnachtsstress in den Geschäften, allerdings verzichten alle Online-Shopper auch auf diese ganz besondere Stimmung, die sich nur zu dieser Jahreszeit über Einkaufsmeilen, Straßenzüge und Geschäfte legt.

 

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